Sozialer Zusammenhalt lokal gedacht
Tools für die Bevölkerung – nicht für die Interessen der grossen Plattformen
Das Problem: Digitale Plattformen vs. lokaler Zusammenhalt
Wir alle nutzen sie: Facebook, WhatsApp, Instagram, TikTok. Sie verbinden uns, sie sind kostenlos, sie sind überall. Aber es gibt einen unsichtbaren Preis: Unsere Daten, unsere Aufmerksamkeit, unsere Beziehungen – alles wird kommerzialisiert. Die Algorithmen bestimmen, was wir sehen, wen wir erreichen, wie wir uns fühlen.
Noch problematischer: Diese Plattformen schwächen genau das, wofür sie eigentlich gut sein sollten – lokalen sozialen Zusammenhalt. Ein Algorithmus interessiert sich nicht dafür, dass deine Nachbarin Hilfe beim Umzug braucht oder dass es im Quartier einen neuen Gaming-Treff gibt. Der Algorithmus möchte dich süchtig machen, nicht mit deiner Nachbarschaft verbinden.
Die Alternative: Tools für die Bevölkerung
Der Quartiersserver dreht diese Logik um. Die Idee ist einfach, aber radikal:
Digitale Infrastruktur sollte den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft dienen – nicht den Interessen von Tech-Konzernen.
Das bedeutet: Tools, die von und für die Bevölkerung gebaut werden. Transparent. Selbstbestimmt. Lokal verankert.
Drei Prinzipien
1. Sozialraumplanung als Fundament
Der Quartiersserver sitzt nicht im Cloud-Nirvana, sondern ist physisch und institutionell in einem Quartier verankert. Das kann ein Quartierstreffpunkt sein, ein Stadtteilsekretariat, eine lokale Institution – ein Ort, zu dem Menschen kommen, den sie kennen, dem sie vertrauen.
Das ist nicht metaphorisch gemeint. Es geht um echte Nähe, echte Verantwortung, echte Kontrolle.
2. Selbstverwaltung durch Eigeninitiative
Die Tools werden von Mitgliedern der Gemeinschaft selbst verwaltet, nicht von externen Expert:innen. Das ist manchmal mühsam, manchmal chaotisch – aber es ist echte Autonomie.
Wenn eine Jugendliche ein technisches Problem mit dem Server hat, kann sie nicht einfach ein Support-Ticket öffnen. Sie muss verstehen, wie es funktioniert, oder mit anderen in der Gemeinschaft zusammenarbeiten, um das Problem zu lösen. Das schafft Lernen, Besitzverhältnisse und Verantwortung.
3. Bedarf durch Partizipation definieren
Es gibt kein standardisiertes Feature-Set, das von oben herab vorgegeben wird. Stattdessen fragt der Quartiersserver: Was braucht eure Nachbarschaft wirklich?
Eine Nachbarschaft braucht sichere Kommunikation. Eine andere braucht eine Ressourcen-Kartierung. Eine dritte braucht einen sicheren Raum für Jugendliche. Der Quartiersserver ist flexibel genug, um diese unterschiedlichen Bedürfnisse zu erfüllen.
Heute: Matrix + Jugend-IT-Projekt
Wir starten mit zwei konkreten Angeboten:
Matrix-Protokoll für sichere Kommunikation
Matrix ist ein dezentrales, verschlüsseltes Kommunikationssystem. Es funktioniert ähnlich wie WhatsApp oder Telegram, aber die Daten bleiben in der Gemeinschaft, nicht bei Meta oder Telegram Inc.
Die Nachbarschaft kann ihre eigenen Gruppen, Kanäle und Räume schaffen – für Nachbarschaftshilfe, Informationen, Diskussionen, was auch immer sie braucht.
Jugendprojekt: IT interessierte Jugendliche
Das zweite Projekt richtet sich an junge Menschen, die sich für IT und digitale Technologie interessieren. Sie bekommen einen Raum, um ihre eigenen Projektideen umzusetzen.
Das kann eine Gaming-Community sein, ein App-Development-Projekt, eine Website für den Quartierstreff – der Fantasie sind keine Grenzen. Der Quartiersserver stellt die Infrastruktur bereit, die Jugendlichen bringen die Ideen und die Energie.
Warum das anders ist
Der Quartiersserver unterscheidet sich grundlegend von anderen digitalen Plattformen:
- Lokal verankert: Nicht in der Cloud, sondern im Quartier
- Selbstverwaltet: Von der Bevölkerung, nicht von Profis
- Transparent: Open Source, nicht proprietary
- Partizipativ: Die Bedürfnisse der Community definieren die Features
- Bedarfsorientiert: Wir bauen, was gebraucht wird – nicht, was verkauft werden kann
Die Reise startet jetzt
Der Quartiersserver ist noch am Anfang. Wir laden Nachbarschaften, Sozialraumabeiter:innen, Quartierstreffpunkte und Jugendliche ein, Teil dieser Experiment zu werden.
Wollt ihr eure eigene digitale Infrastruktur? Dann lasst uns gemeinsam einen Quartiersserver aufbauen.